Ob Wecken, Stuck, Striezel oder Kranz – diese alljährliche Tradition ist eine wahre Gaumenfreude

Der Allerheiligenstuck gehört zu den bekanntesten Gebäcken aus dem österreichischen Brauchtum und ist auch unter vielen anderen Namen je nach Region, Überlieferung oder Form verbreitet. So verwendet man beispielsweise im westlichen Österreich, in Bayern und der Schweiz vermehrt den Begriff „Zopf, „Stuck“ oder „Wecken“ im Osten Österreichs eher „Striezel“. Grundsätzlich handelt es sich aber bei allen Namensvariationen um ein geflochtenes Gebäck aus Brioche- bzw. Germteig, das mit Hagelzucker bestreut wird.

 

In der Osthälfte des römischen Reiches führte man bereits im 4. Jahrhundert jährliche Gedenktage ein um sich Heiligen, Aposteln und Märtyrern zu besinnen (dafür wurden die jeweiligen Sterbetage ausgewählt). Nach und nach wurde es immer schwieriger, jedem der Heiligen einen eigenen Tag des Gedenkens zu widmen. Demnach wurde Allerheiligen als Fest geschaffen. Heute steht am 1.November allerdings das Totengedenken im Mittelpunkt. Im christlichen Glauben ist es üblich an diesem Tag die Gräber verstorbener Verwandter zu besuchen um Kerzen (Seelenlicht, Ewige Licht) im Gedenken anzuzünden und für Liebsten zu beten. Die Gräbersegnung ist außerdem vielerorts ein fester Bestandteil des mittlerweile nicht nur kirchlichen, sondern auch fast europaweit gesetzlichen Feiertages der christlichen Kirche.

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Früher war Allerheiligen in vielen österreichischen Regionen der „Godntag“, der Tag an dem Paten ihre Patenkinder besucht haben. Dem Brauch nach, brachten sie ihren Patenkindern zum Festtag einen Allerheiligenstuck als Geschenk mit. Bis heute wird diese beliebte Geste jedes Jahr von vielen Familien gepflegt. Ursprünglich rührte die Tradition wohl daher, dass der Stuck am Allerseelen und Allerheiligentag stellvertretend für die Armen Seelen an Bedürftige und auch Kinder verteilt wurde, damit diese für die Toten beten. Des Weiteren war es in manchen Regionen auch üblich das Gebäck auf die Gräber der Verstorbenen zu legen. Wenn diese dann in der Nacht von 1. auf 2. November auf die Erde zurückkehren, können sie durch den Stuck neue Kraft schöpfen.

 

Warum der Allerheiligenstuck geflochten wird, geht auf den antiken Trauerkult zurück. Als symbolisches Zeichen war es üblich sich die Haare zu schneiden, wenn man sich in Trauer befand und dieses dann den Verstorbenen auch teils mit ins Grab zu geben. Die Zopf Form des Gebäcks soll daran erinnern.

 

Flechtvarianten für den Stuck gibt es sicher genauso viele wie Namen. Ob man schlussendlich den klassischen 3-er Zopf wählt oder sich doch an den herausfordernden 4-er oder gar 6-er Zopf wagt, bleibt schlussendlich dem eigenen Können überlassen.

 

Schmecken tut er in jeder Form vor allem mit Butter oder Marmelade!

Rezept
Allerheiligenstuck
Zutaten

Für den Teig

  • 0,50 kg Mehl

  • 1 Prise Salz

  • 0,5 Würfel Germ

  • 30 g Zucker

  • 30 g zimmerwarme Butter

  • 10 g Backmalz

  • 1 Ei

  • 300 ml lauwarme Milch

  • 70 g Rosinen

  • 3 EL Rum

  • 1 Stk. Zitrone (Schale)

Für den Guss

  • 200 g Staubzucker

  • 4 EL Zitronensaft

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Zubereitung:

1. Germteig zubereiten und ca. 20 Minuten aufgehen lassen. Zopf flechten.

 

2. Nochmal kurz aufgehen lassen, mit Milch bestreichen und bei 180 Grad ca. im elektrabregenz Backrohr 25 – 35 min backen.

elektrabregenz wünscht guten Appetit!