Am Martinstag, auch Martini genannt, wird dem Heiligen Martin von Tours gedacht. Besonders hierzulande hat der 11. November als Feiertag eine große Bedeutung. Im Burgenland ist der Hl. Martin sogar Landespatron.

 

Jeder kennt die Legende, die hinter dem Feiertag steht: Martin war als römischer Offizier in Frankreich stationiert. Als er eines Tages einem frierenden Bettler begegnete, teilte er kurzerhand seinen Mantel mit dem Schwert und gab dem armen Mann eine Hälfte. In der Nacht erschien ihm dann Christus im Traum, bekleidet mit dieser Hälfte seines Mantels. Durch diese barmherzige Tat ist St. Martin zu einem Symbol der christlichen Demut geworden.

 

Bis heute haben sich die Bräuche gehalten, die sich im Mittelalter entwickelten.

1. Bis zur ausgehenden Neuzeit existierte neben den 40 Tagen vor Ostern eine weitere Fastenzeit, die am Martini begann, daher wurde der 11. November zu einem Feiertag, an dem richtig gut gegessen wird. In Österreich findet man oft das Martinigansl auf dem Festtagstisch.

 

2. Ein weiterer Brauch, der am Martinstag oft begangen wird, ist der Martinsumzug. Kinder ziehen mit selbstgebastelten Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Am Ende des Umzugs wird die Legende rund um die Mantelteilung nachgespielt und Martinswecken – aus Hefeteig und Rosinen gebackene Männchen – gegessen.

 

3. Martinssegen, Martinsbetteln und Martinssingen sind weitere alte Bräuche. Beim Martinsbetteln ziehen Kinder von Haus zu Haus und erbitten Süßigkeiten, Obst und Nüsse im Namen des St. Martin.

 

4. Eine weitere burgenländische Tradition ist das Martinsloben. Die Reifezeit des jungen Weißweins dauert bis zum 11. November, deshalb überzeugen sich Winzer erst an diesem Tag von der Qualität ihres Weines. Viele Winzer rund um den Neusiedler See öffnen daher am Martinstag ihre Weinkeller und laden zur Weinverkostung ein.

    Rezept
    Martinigansl
    Zutaten
    • 1 küchenfertige Gans aus österreichischer Züchtung (4-5 kg)

    • 2-3 Äpfel

    • 0,33 l Bier

    • Salz & Pfeffer

    • 5 EL Honig

    • Majoran

    Rezept MartiniganslRezept Martinigansl

    Zubereitung

     

    1. Spülen Sie die Gans innen und außen mit kaltem Wasser ab. Entfernen Sie eventuelle Gänsekiele mit einer Pinzette. Tupfen Sie die Gans gut trocken. Reiben Sie sie anschließend innen und außen mit Salz und Pfeffer ein. Innen wird die Gans noch mit Majoran gewürzt.

     

    2. Stecken Sie die ungeschälten Äpfel in den Bauch der Gans und heizen Sie das Backrohr auf 130° C vor.

     

    3. Legen Sie die Gans mit der Brustseite nach oben auf den Grillrost des Backrohrs und schieben Sie ein Backblech darunter. Füllen Sie ca. 2 cm Wasser in das Backblech. Braten Sie die Gans nun ca. 1,5 Stunden. Wenden Sie die Gans danach und backen Sie sie für weitere 3 Stunden. Begießen Sie sie zwischendurch immer wieder mit dem Saft aus dem Blech darunter. Verwenden Sie hierfür am Besten eine Bratenspritze. Ca. 15 Minuten vor Ende der Bratzeit können Sie die Temperatur im Ofen auf 200° C erhöhen.

     

    4. Verrühren Sie in einer Schüssel Bier mit Honig. Nehmen Sie die Gans kurz aus dem Rohr, um sie mit dem Honigbier zu bepinseln. Anschließen können Sie sie noch solange braten, bis die Haut schön braun und knusprig wird. Nehmen Sie sie schließlich aus dem Ofen und stellen Sie sie bei 60° in der Wärmelade warm.

     

    5. Gießen Sie den Bratensaft in einen Topf und gießen Sie dabei vorsichtig die obere Fettschicht ab. Lassen Sie den Saft auf ca. die Hälfte einkochen und gießen Sie sie dann durch ein Sieb ab.

     

    6. Wenn Sie die Soße etwas dicklicher möchten, können Sie sie mit etwas Maizena binden. Rühren Sie hierfür 2 TL Maizena mit etwas kaltem Wasser an und gießen Sie es zur Soße, um diese anschließend für einige Minuten aufzukochen, bis eine cremige Bindung entsteht.

    MartiniganslMartinigansl

    Tipp: Am besten schmecken Rotkraut und Knödel zum knusprigen Martinigansl.

    Martinigansl mit Rotkraut und KnödelMartinigansl mit Rotkraut und Knödel

    elektrabregenz wünscht einen schönen Feiertag und guten Appetit!